Eichen

Baumart:

Eiche
Quercus

PLZ:

87527

Ort:

Sonthofen

Foto:

NEZ

Was mich als Baum so besonders macht:

Wir sind drei stadtprägende Eichen an der alten Turnhalle in Sonthofen. Mit einem geschätzten Alter von etwa 100 bis 150 Jahren gehören wir zu den älteren Gehölzen im Stadtgebiet und sind ein fester Bestandteil des gewachsenen Ortsbildes. Wir wachsen langsam und nehmen uns Zeit. Während vieles um uns herum kommt und geht, bleiben wir. Unsere Wurzeln reichen tief in die Erde, meine Äste tragen die Spuren vieler Jahrzehnte.

Mit den Jahren werde ich nicht ärmer, sondern reicher. Unzählige Tiere, Pflanzen und Pilze finden bei mir Nahrung, Schutz und Lebensraum. So bin ich längst mehr als nur ein Baum. Ich bin ein kleines Universum des Lebens.

Unsere Kronen werden regelmäßig baumpflegerisch gesichert, um die Verkehrssicherheit im Umfeld der Turnhalle zu gewährleisten. Totholz wird dabei in der Regel alle ein bis zwei Jahre durch Baumpflegerinnen und Baumpfleger entfernt. Ziel dieser Maßnahmen ist es, unsere Stand- und Bruchsicherheit zu erhalten und gleichzeitig den Baumbestand möglichst lange zu bewahren.

Woran ich mich als Baum besonders gut/gerne erinnere:

Wir haben über viele Jahrzehnte die Entwicklung des Schul- und Turnhallenbereichs begleitet. Dabei haben wir unterschiedliche Nutzungen des Geländes, den Wandel der Gebäude sowie das tägliche Leben von Schülerinnen und Besucherinnen miterlebt.

Besonders gerne erinnere ich mich an all die Lebewesen, die mich im Laufe meines langen Lebens begleitet haben. Vögel in meinen Kronen, Käfer in meiner Rinde, Tiere in meinem Schatten. Sie alle sind Teil meiner Geschichte geworden.

Die kontinuierliche Pflege durch Fachleute ist für uns besonders prägend. In Sonthofen sind zwei Baumpfleger etwa zwei bis drei Monate im Jahr ausschließlich mit der Kontrolle und Pflege des städtischen Baumbestands beschäftigt. Diese regelmäßige Betreuung hat dazu beigetragen, dass wir trotz unseres Alters weiterhin erhalten bleiben können.

Das ist mein größter Wunsch an euch:

Unser größter Wunsch ist, dass ihr euch Zeit nehmt.

Die Welt bewegt sich oft schnell, doch nicht alles muss sofort geschehen. Vieles Wertvolle wächst langsam – Vertrauen, Wissen, Freundschaft und Weisheit.

Wir wünschen uns, dass ihr lernt, zwischen Festhalten und Loslassen zu unterscheiden. Nicht alles kann bewahrt werden. Doch manchmal entsteht gerade dadurch Raum für Neues.

Und wir wünschen uns, dass ihr die Natur als das erkennt, was sie ist: ein großes Netzwerk des Lebens, in dem alles miteinander verbunden ist.

Seid stark, aber bleibt achtsam. Seid beständig, aber offen für Veränderung. Dann könnt ihr wie eine Eiche werden – tief verwurzelt und zugleich bereit, mit den Zeiten zu wachsen.

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